Neuauflage meiner ausverkauften "Die drei ??? Kids"-Midis "Monster-Trucks" und "Insekten-Alarm" erschienen. Zum Beispiel hier gibt's den Band "Alarmstufe rot!"

Montag, 12. Juli 2010

Perry und ich im Gymnasium (2)



(Wer dies hier verstehen will, muss auch den letzten Blog-Eintrag lesen ...)

Ich stand also einer Meute aus 120 Zwölftklässlern gegenüber und sprach über PERRY RHODAN, über das Thema Zukunft und die Vorstellung von Gott – vom Fach Religion her.
Gar nicht soooo einfach.

Ein wenig allgemein versuchte ich die Schüler/Innen* aus der Reserve zu locken: Ob es denn vorstellbar wäre, dass in einer Zukunft (sagen wir auf der Erde in 100 Jahren) überhaupt die Vorstellung von Gott noch wichtig sein könnte oder ob angesichts der Entwicklung dies ohnehin in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.
Mit einigem Bohren brachte ich dann eine junge Frau dazu, sich zu Wort zu melden. "Nein", sagte sie, "Gott ist jetzt schon bedeutungslos und wird es in einer Zukunft erst recht sein."
Ich hakte nach: "Für dich persönlich oder meinst du, generell für alle?«
"Generell für alle", gab sie sich überzeugt.

Das brachte dann eine weitere Schülerin dazu, ihre Meinung kundzutun, und das war genau das Gegenteil: Gott sei wichtig, und er werde es auch immer bleiben, da könne sich die Zukunft entwickeln, wie auch immer sie wolle.

Woraufhin ich dann fragte (nach dieser schönen Vorgabe zweier völlig entgegen gesetzter Meinungen), ob die Schüler/Innen sich vorstellen können, dass in einer Serie wie PERRY RHODAN – von der sie durch mein unablässiges Plappern sicher eine zumindest diffuse Vorstellung hatten – das Thema Gott in der fiktiven Zukunft auch thematisiert werden könnte. Unabhängig jetzt von der "christlichen" Vorstellung eines Gottes. Gehört dieses Thema auch in Hundert oder Tausend Jahren noch zu einem in sich geschlossenen Bild der Gesellschaft?
NEIN, gab sich jemand überzeugt.

Ich breche hier einmal ab ... und bin gespannt, was die Blogleser zu diesem Thema denken, auf PERRY RHODAN bezogen oder auch ganz allgemein. In den Kommentaren sag ich gern noch mal was dazu.

Das soll ein kleiner Einblick sein, natürlich gab's noch viel mehr, aber ich will hier keine Romane schreiben. Sonst komm ich mit JUPITER nicht voran, dem PERRY RHODAN-Taschenbuch, zu dem ich einen klitzekleinen Beitrag in der Länge von drei Heftromanen leisten muss/will/darf. Dazu demnächst sicher mehr.

Und den Blogeintrag zum anschließenden Besuch in der Redaktion gibt's direkt im Anschluss auf einer Extra-Seite. Weiterlesen!
Bis gleich.

* Ist das politisch korrekt so? Mir egal. *pfeif*

Kommentare:

  1. So was hätte ich mir doch mal zu meiner Schulzeit gewünscht. Nun ja wie dem auch sei, erst einmal ein paar allgemeine Gedanken und dann der Bezug zum Rhodan-Universum.

    Ich denke, solange in einer Kultur das Prinzip "Ursache-Wirkung" bekannt ist wird es immer das Konzept eines Dinges oder einer Wesenheit geben, die man durchaus als "Gott" bezeichnen kann.
    Trotz großer Forschungsanstrengung sind Regeln des allerkleinsten Mikrokosmos, die jeglicher Alltagslogik entgegenstehen, für große Teile der Menschheit unverständlich.
    Quantenverschränkung und Teleportation von Information, heisenbergsche Unschärferelation oder aber wie ein paar Elektronen etwas bewegen können (http://www.physorg.com/news197120339.html - übrigens ein toller Vergleich; 10000 Flöhe die den Mt. Everest meterweit zum wanken bringen) sind nur einige Beispiele dafür.
    Für die existentielle Frage nach dem "Anfang" bzw. dem recht allgemeinen "Warum?" ist ein Gott für viele sicher ein einfach zu verstehendes Konzept mit dem sich gut leben lässt. – Warum sollte das nicht in Zukunft auch weiterhin so sein? Man mag zwar mehr über die Mechanik hinter der Materie verstehen dennoch klärt die Wissenschaft nicht die philosophische Frage nach dem Grund. Es gibt heute ein breites Angebot zur „Lösung“ dieses Problems, warum nicht auch in Zukunft? Viele Dinge werden abgeklärter sein, andere Dinge genau so unfassbar abergläubisch wie heute noch. (Und solange sich mit Aberglaube Geld oder ein pers. Vorteil machen lässt, wird auch dieser nicht verschwinden).

    Um etwas zu verallgemeinern und langsam auf Perry zu kommen noch einige Feststellungen: Fest steht, das Universum beinhaltet nicht nur viele Teilchen, sondern auch einen vielleicht sogar noch größeren Haufen an Information. Das fängt von der Struktur des Universums, die ja nicht beliebig ist, sondern in der Galaxienhaufen in Filamenten um Voids herum angeordnet sind, über Sternensysteme, zu Lebewesen, Zellen, Molekülen, Atomen usw. in einer Art groben Hierarchie der Komplexität geordnet ist. Es ist z.B. eine Information, das ein Sandkorn aus einer Siliziumverbindung auf dem 3. Planeten der um eine Sonne in der Milchstraße kreist, auf einem ganz bestimmten Platz auf einem Strand an der Ostsee liegt. Gut diese Information ist für uns irrelevant und kann sich jederzeit ändern, aber es geht darum, das es eine Information ist.
    Zudem lassen sich mit den vorhandenen Möglichkeiten größere Informationsvolumen schaffen, als vorher möglich (Ein „paar“ Elektronen als Komprimierung eines Buches auf das Format eines Fingernagels z.B.).
    Es stellt sich die Frage wozu ein System wie das Universum eine solche Informationsfülle beherbergen kann. Ist das Universum nur Teil eines gigantischen Speichers oder Wesens?

    Und hier kommt das Perry-Rhodan-Universum ins Spiel, denn die Autoren haben über die Jahre eine Erklärung für die Entstehung von Strukturen und Information in ihrem Universum geschaffen, die durchaus schlüssig ist. Es wirkt als wäre der Verbund aus Universen zusammengehalten durch DNA-ähnliche Steuerungsfaktoren ein großes Ganzes - eine Art Lebewesen, in dessen Inneren alles seinen Zweck hat, in dem aber auch verschiedene Dinge versuchen zu beeinflussen.
    Sieht man sich den Menschen an, ist es doch genau so. Die Zellen werden auch durch einen Code gesteuert, auf den das Wesen keinen direkten Einfluss hat. Täglich versuchen aufs neue seltsame Wesenheiten wie Viren den Code zu ändern und zu ihrem Vorteil zu nutzen, ein Konflikt wie der der hohen Mächte. Diese erscheinen sicher vielen Menschen und anderen intelligenten Rassen des Perry-Rhodan-Universums als gottgleich auf Grund der gigantischen Macht die ihnen zur Verfügung steht.

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  2. (Fortsetzung von meinem vorherigen Kommentar)

    Ich denke, dass die Perry-Rhodan-Serie nicht so sehr die existentielle Frage des „Warum?“ behandelt, sondern die noch viel interessantern und komplexeren Fragen die sich aus einer Antwort auf diese Frage ergeben.
    Denn falls die Antwort sein sollte „Wegen einem Gott.“ Stellen sich genau so wie bei anderen Antwort Fragen wie: „Absichtlich oder ohne Absicht?“, „Kann er/sie/es steuern oder nur beobachten?“, „Ist es dem ‚Gott’ bewusst was passiert, oder was er tut?“ und nicht zuletzt die Frage: „Und wo kommt er/sie/es her?“, womit wir wieder ganz am Anfang wären. Ein wirklich ewiger Kreislauf, der Dinge und Fragen.

    „Es ereignet sich nichts Neues. Es sind immer die selben alten Geschichten, die von immer neuen Menschen erlebt werden.“
    William Faulkner

    Und Abseits des Themas:
    Macht weiter so! Vor lauter Dingen die in der aktuellen Handlung passieren und über die man spekulieren kann, komme ich gar nicht mehr dazu aufzuholen. Habe vor 3 Jahren mit PR angefangen und hänge seit über einem Monat an Silberband 40, weil die Hefthandlung gerade viel spannender ist.

    Sry, dass sicht alles in einen Kommentar gepasst hat, aber Blogspot war ein über 4000-Zeichen Kommentar wohl zu viel.

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  3. Danke erstmal für deine(n) Kommentar(e).
    Ich hätte mir das für meine Schulzeit auch gewünscht ...
    Bitte weiterkommentieren und -spekulieren an alle!

    Freut mich!

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