Neuauflage meiner ausverkauften "Die drei ??? Kids"-Midis "Monster-Trucks" und "Insekten-Alarm" erschienen. Zum Beispiel hier gibt's den Band "Alarmstufe rot!"

Montag, 10. Januar 2011

JUPITER: Erinnerungen und absonderliche Recherchen

Ich warte.

Auf die dickste Belegexemplar-Lieferung aller Zeiten: JUPITER ist lieferbar, das neue PERRY RHODAN-Buch bei Heyne. 1008 Seiten. Wenn nicht gerade Winter wäre, wäre er sicher auch gut geeignet, um Blätter damit zu pressen. Man kann aber damit immer noch altertümliche Babywaagen ins Gleichgewicht bringen und/oder die Oberarmmuskulatur stärken. Oder man liest es einfach (was ich dann doch empfehlen würde - Oberarmmuskulaturstärkung ist dann inklusive).
Aber leider hab ich das Buch noch nicht.

Also warte ich.

Wenn ich zurückdenke ans Schreiben des Manuskripts, ändert sich der Blick aus dem Fenster gewaltig: Satt Schnee und Kälte herrscht dort draußen eitel Sonnenschein. Es ist August. Hammer - schon so lange her? Ich erinnere mich noch genau, wie ich angefangen habe mit meinem Beitrag zu diesem Mammutprojekt. Mein Beitrag ist übrigens etwas länger als drei Heftromane - der ganze »Ziegel« etwa zehn Heftromane lang.

Und gerade der Anfang hat sich mir besonders eingeprägt. Deshalb erlaube ich mir ein kleines Zitat: meine ersten Zeilen zum JUPITER.

»Deshum Hiacu stürzt, und er fragt sich, warum es ausgerechnet jetzt geschehen muss. Es ist bizarr: Zum ersten Mal passiert er beim Sturz einen lebendigen Körper.«

Finde ich selbst cool, wenn ich mir es wieder anschaue. Bewusst provokativ wollte ich mal wieder die Grenzen sprengen - etwas, das sich in der Taschenbuch-Form anbietet. Diese Szenerie ist ein bisschen Perry-Rhodan-untypisch; wer das Taschenbuch liest und erkennt, wieso diese Figur einen lebendigen Körper passiert, der wird noch mehr wissen, warum.

Nicht falsch verstehen: Das Buch und auch meine Teile sind absolut »perrykonform«, aber sie loten aus, was möglich ist. Die Einstiegsseiten hätte ich sicher anders geschrieben, wenn sie für einen Heftroman gedacht gewesen wären. Das ist das, was Spaß macht … beim Schreiben und hoffentlich auch beim Lesen.

Deshums Schicksal, das zwischen den Zeilen immer mal wieder aufblitzt, ist eines von vielen in der Raumstation MERLIN, in der sich gar Absonderliches abspielt. Aber ehe ich dazu etwas schreibe, ein kurzer Exkurs (man könnte es auch »Laberei« nennen).

Viele fragen immer wieder, wie die teils durchaus seltsamen Namen bei einer Serie wie PERRY RHODAN gebildet werden. Ich kann nur für mich sprechen … ich habe verschiedene Methoden. Im Fall von Deshum Hiacu wendete ich eine an, die ich immer mal wieder nutze. Zu der Zeit schaute ich gerade die Serie »Lost«; einer meiner Lieblingscharaktere dort war Desmond Hume (an den sich alle »Lost«-Schauer zweifellos erinnern, nicht wahr, Bruder?). Da haben wir schon den Vornamen: Deshum. Den Nachnamen finden wir, wenn wir uns anschauen, wer der Schauspieler ist, der diesen Charakter spielt: Henri Ian Cusick. Auf diese Art habe ich aus »Lost« einige Namen der Nebenfiguren im JUPITER gebildet.

Aber zurück zum Thema. MERLIN ist eine Station im Orbit von Jupiter - einem Planeten, der so nahe bei Terra liegt, aber über den man im Perryversum kaum etwas weiß. Ein Manko, das dringend ausgeglichen werden musste! Nun haben wir 1000 Seiten über diese Welt mitten im Solsystem.

Ich erinnere mich auch noch gut an die absonderlichste Recherche, die ich je betrieben habe: Ich spielte das Computerspiel »Oxyd«, um mich auf meinen zweiten JUPITER-Beitrag“ vorzubereiten. Kennt das noch jemand? Ja, genau, das mit der schwarzen und weißen Billardkugel und den Puzzle-Rätsellandschaften.

Nun braucht niemand zu befürchten, Perry und Mondra verwandeln sich in Billardkugeln. Aber ich wollte mich in die Denkweise eines solchen Spiels hineinversetzen und mir bewusst machen, wie man als Spieler - und erst recht Programmierer - denken muss … und warum. Ich weiß, es gibt modernere Spiele als ausgerechnet »Oxyd«, aber es ist nun mal mein Lieblingsspiel, und man sieht darin in Perfektion alle nötigen Prinzipien, wenn man versucht, hinter die Strukturen zu kommen.

Warum ist das für einen Roman wie JUPITER nötig? Da kann ich nur sagen: Buch kaufen und lesen. Wenn ihr zum geschlossenen Raum kommt oder zum Pilzwald, werdet ihr schon verstehen. (Der letzte Satz klingt fast, als hätte ihn eine gewisse Superintelligenz vor einigen Jahren unter homerischem Gelächter ausgestoßen.)

Na dann - ich warte mal weiter und bin auf die ersten Leserreaktionen mehr als gespannt!

Kommentare:

  1. Hallo Christian, danke für den Beitrag. Spätestens jetzt hätte ich mich für das Buch "Jupiter" vermehrt interessiert, wenn ich es nicht schon lange bestellt hätte.

    ;-)

    Die Beschreibung des Computerspiels "Oxyd" klingt irgendwie so, als hätte der PR-Zeichner Deines aktuellen Romans (2577) daran gedacht, als er dafür ein Titelbild gestalten durfte. Sieht schwer nach einer Billardkugel aus.
    Immer wieder sehr unterhaltsam zu lesen, Dein Blog, auch wenn man selbst zwischen den Zeilen nichts erkennt, das gespoilert ist. Na ja, vielleicht dann mehr, wenn das Buch in Arbeit ist (ich habe jetzt absichtlich nicht von Krampf geschrieben) und ich meinen Oberarmmuskeln ein ausdauerndes Training biete.

    Alles Gute

    Michel

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  2. Zu "Oxyd": da gibt's auch mehrere davon inspirierte Spiele - z.B. Enigma, welches auf allen moeglichen Systemen laeuft... :)

    np: Autechre - Altibzz (Quaristice)

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  3. Hallo,
    eine Frage, direkt an die Quelle: Wird es den 1000 Seiten Klopper auch als eBook geben? Auf der Heyne Website gibt es leider keine Information zu einer eBook-Veröffentlichung.
    Wenn es die 1. Auflage als eBook gibt, sollte das doch kein Problem sein, insbesondere, da Heyne sehr viele Neuveröffentlichungen parallel als eBook herausbringt. Warum JUPITER nicht?

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  4. Hallo,
    mir ist von einer eBook-Veräffentlichung bislang nichts bekannt. Was nicht heißt, dass es nicht evtl. früher oder später erscheint.
    Am besten einfach an den Verlag schreiben mit der Bitte/Frage ...
    Schöne Grüße!
    Christian

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  5. Also, ich habe den Jupiter Wälzer gelesen und wurde bestens unterhalten.
    Fing nach meinen Geschmack leicht zäh an, wurde bald zunehmend interessanter und spannender und zum Schluss hin wieder in echter PR Manier sich in kosmischer und epischer Weite der Lösung nähernd.

    Kann diesen Wälzer nur empfehlen, zumal die Autoren ihr Handwerk nicht nur verstehen, sondern darin ganz und gar aufzugehen scheinen.
    Heraus gekommen ist ein SF Roman, der auf der Qualitätsstufe ganz weit oben steht.

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  6. Hallo,
    danke! Ich hab's an die Kollegen auch weitergeleitet!
    Freut mich!

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