Neuauflage meiner ausverkauften "Die drei ??? Kids"-Midis "Monster-Trucks" und "Insekten-Alarm" erschienen. Zum Beispiel hier gibt's den Band "Alarmstufe rot!"

Dienstag, 15. Mai 2012

"Nur Jugendbuch" - was will der Dichter uns damit sagen?

Es gibt ja die Fraktion von ... Lesern (ich zögere, weil ich nicht weiß, warum diese Leute Leser sind), die alle 14 Tage den neuen PERRY RHODAN-NEO-Roman in der Luft zerfetzen und genüsslich absätzeweise ausbreiten, was sie alles so furchtbar, furchtbar schlecht daran finden. Sie finden alles Mist, und überhaupt sind alle Autoren und die Redaktion und der Expoautor ja absolut unfähig, und wenn man alles so machen würde wie sie, dann wäre die Serie richtig gut. (Disclaimer: "Ja, das war leicht polemisch von mir, man möge mir verzeihen, aber meine Wortwahl ist echt harmlos im Vergleich - und nein, ich schere nicht alle über einen Kamm, die Kritik an NEO üben, viele schreiben gute, nachdenkenswerte kritische Anmerkungen, die ich mir auch zu Herzen nehme und die der Wahrheit entspricht.")

Das zur Einleitung, das ist ein Phänomen, das ich noch nie verstanden habe. Mir will nicht in den Kopf, warum ich alle 14 Tage etwas lesen sollte, das ich so furchtbar schlecht und langweilig finde. Nun hab ich schon einige Male ein neues "Zauberwort" gefunden - das auch, aber nicht nur von dieser Fraktion der ... Kritiker verwendet wird: Das ist ja sogar für ein "Jugendbuch" schlecht.

Sogar für ein Jugendbuch. Oder: Das ist "nicht mal Jugendbuchniveau".
Hm. Was will der Dichter uns damit sagen? Dass Jugendbücher ein tieferes Niveau haben? Dass sie schlechter sind als Erwachsenenbücher?
Klar, sie sind ANDERS, weshalb sie Jugendbücher sind. Aber im verwendeten Sinn kommt immer klar raus: "Jugendbücher sind per se geringwertiger/schlechter geschrieben". So als wäre ein Jugendbuchautor nicht in der Lage, ein Erwachsenenbuch zu schreiben ... und erst wenn er das kann, bekommt er den Ritterschlag und darf in die Erwachsenenliteratur. Oder: Wer keine Erwachsenenliteratur schreiben kann, der kanns ja mit Jugendbücher versuchen. Und KInderbücher sind dann wohl noch schlechter.

Das ist natürlich hanebüchener Unfug. Es gibt jede Menge Jugendbücher, die "literarisch besser" sind als mancherlei Erwachsenenbücher. Und umgekehrt. DAs hat nichts mit der "Gattung" zu tun. (Ich weiß, Gattung ist nicht ganz der richtige Begriff.)

Die Spitze setzte nun eine Bemerkung auf, die mich echt zum Lachen brachte. Da gings um meinen NEO 16 und wie grauenvoll schlecht der doch ist - da stand dann sinngemäß: "Das ist ja sogar für ein Jugendbuch schlecht." Woraufhin erwidert wurde: "Da ist der Montillon ja bei den drei ??? gut aufgehoben."

Äh, ja. Bin ich. Und wer nur die geringste Ahnung vom Literaturmarkt hat, der weiß, dass es absolut bescheuert ist, darüber zu spotten. ("Der ist ja auch nur ???-Autor und macht diesen Jugendbuchkram.") Das sind dann "Kritiken", die ich absolut nicht ernstnehmen kann.

Kommentare:

  1. Lieber Christoph,

    ich denke, dass ein Kinder- oder Jugendbuch sehr viel schwieriger zu schreiben ist, als ein Erwachsenenbuch. Die Darstellung der Figuren und der Handlung muss viel klarer und in einer für Kinder und Jugendliche geeigneten Sprache geschrieben sein. Schon von daher kann die Behauptung, schlechte PR-Romane seien nicht mal für Jugendliche gut genug, nicht gelten. Sie könnten prinzipiell für Kinder und Jugendliche immer noch viel zu schwer zu verstehen sein. Daher sollte man eher den Hut ziehen vor Autorinnen und Autoren, die für die Kleinen schreiben, das ist gewiss schwerer als für Erwachsene.

    Viele Grüße

    Manfred

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  2. Ich finde NEO auch grottenschlecht http://a3khh.blogspot.de/2011/12/frank-borsch-sternenstaub.html
    Deshalb habe ich auch nach Band 1 aufgehört zu lesen.
    Vielleicht bin ich aber auch für Perry einfach zu alt.
    Anyway, Deine Frage "Warum lesen die das dann noch?" kann ich nur zu gut verstehen. Vielleicht, weil die Hoffnung zuletzt stirbt ?

    Was Kinder- & Jugendliteratur angeht, gibt es zwei Bereiche. Den einen besetzt (u.a.) Du mit Deinen "Drei ???" und Andreas Eschbach mit seinen Mars- und *OUT-Romanen. Der andere Bereich besteht aus Trivialliteratur im Sinne von "Potter" und "Panem". Trudi Canavan und Stephanie Meyer sind da auch prominente Beispiele für. Ich schätze einmal, der letztere Bereich ist mit der geringen Wertschätzung gemeint. Zu Recht, über diesen Trivialkram kann man sich gar nicht genug aufregen. Insbesondere, als qualitativ hochwertige Sachen wie etwa die "Drei ???" oder die Eschbachschen Jugendromane relativ dazu doch eine eher marginale Rolle spielen.

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  3. Wenn das Ansehen von Literatur mit dem Alter der Zielgruppe steigt, dann ist man als Perry-Rhodan-Autor (Durchschnittsalter der Leser gefühlte 60, und bei der geistigen Flexibilität kann man gerne noch mal 30 Jahre raufschlagen) ja schon längst in der Königsklasse angekommen.

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  4. Lieber SF-Dinosaurier. Nichts für ungut, aber nach der Lektüre eines Auftaktbandes gleich die ganze dazugehörige Serie als "grottenschlecht" abzustempeln, empfinde ich als ziemlich undifferenziert. Damit unterstellst Du, dass serielle Unterhaltung nie das Potenzial zur Steigerung besitzt, sondern der erste Band immer stellvertretend für das Ganze steht. Das ist ebenso unsinnig wie Deine Aussagen zur Jugendbuchliteratur. Um "Die Tribute von Panem" als Trivialliteratur zu geißeln, muss man bezüglich literarischer Qualität schon ziemlich abstruse Maßstäbe ansetzen. Vielleicht magst Du uns ja mal verraten, was "Die drei ???" aus Deiner Sicht in den Stand der hochwertigen Literatur erhebt, die einer Joanne K. Rowling oder einer Suzanne Collins abgeht? Ich bin sicher, das würde nicht nur mich interessieren.

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  5. So, heute fange ich dann endlich mit Band 16 an.
    Das wird spannend, du wirst es wirklich schwer haben nachdem Wim Vandemaan die Latte irgendwo auf eine Höhe zwischen Mars und Saturn gebracht hat.
    Ich habe schon lange keinen so guten Roman wie die 14 mehr gelesen.
    Mal schaun, ob du mit deinem "Finale für Ferrol" noch einen draufsetzen kannst, auch wenn ich mir das nicht vorstellen kann.

    Cheers,
    Profpatsch

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  6. Na, Profpatsch, dann bin ich mal gespannt ...

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  7. SF-Dinosaurier, deinen zweiten Kommentar kaptiere ich nicht.

    Alex: In dei drei ??? werden immerhin keine okulten Dinge eingearbeitet, wie es Rowling bei Harry Potter gemacht hat.
    Warum ich die drei ??? als hochwertige Literatur bezeichne: Man muss selber mitdenken und sollte nicht alles einfach an sich vorbeirauschen lassen.
    Und viele weitere Punkte, bin grad aber zu faul uum sie zu nennen, tut mir leid;)

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